#WELTSTUDIO

Runde Geschichten

Berliner*innen zwischen drei und 93 Jahren zeigen im WELTSTUDIO ihren Blick auf Berlin und die Welt

Melanie Huber | 23. März 2022

Globus mit Pappkopfhörer

Das WELTSTUDIO der Ausstellung BERLIN GLOBAL bietet auf 500 Quadratmetern Platz und Freiheit für vielfältige Formen der Partizipation. Mit dem ersten Beteiligungsprojekt Runde Geschichten werden 35 Perspektiven auf Berlin und die Welt für alle Besucher*innen sichtbar.

Ein Beitrag von Lea Lutz, Mitarbeiterin Outreach & Vermittlung

Mehr als 30 Berliner*innen unterschiedlicher Generationen haben ihren Blick auf Berlin und die Welt in selbstgestalteten Globen festgehalten. In Zusammenarbeit mit der künstlerischen Projektleiterin, Valerie von Stillfried, sammelten sie prägende Erinnerungen und Erfahrungen sowie Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft. Diese bildeten den Ausgangspunkt für die Gestaltung von weißen Globen und dazugehörigen Panoramen. So vielfältig wie die Teilnehmer*innen sind auch die künstlerischen Ergebnisse: von genauen Nacherzählungen und kartenähnlichen Beschriftungen über persönliche Fotografien bis hin zu abstrakten, fantasievollen Verfremdungen – die Runden Geschichten fassen die Erfahrungen und Erlebnisse der Teilnehmenden kreativ zusammen.

Blauer Miniatur-Globus, auf dem "Musik" steht
Musik spielt im Leben von Ursula Schulze-Fey, geb. 1929, eine große Rolle.
Blauer Miniatur-Globus, auf dem "Musik" steht
© Stadtmuseum Berlin, Foto: David Janßen
Miniatur-Globus
Dieser Globus wurde von Günther Tanzerel, geb. 1969, gestaltet.
Miniatur-Globus
© Stadtmuseum Berlin, Foto: David Janßen
Pappfiguren aus Alice im Wunderland und ein grüner Globus
Birgitta Behr, geb. 1974, hat sich bei der Gestaltung ihres Globus der Motive aus "Alice im Wunderland" bedient.
Pappfiguren aus Alice im Wunderland und ein grüner Globus
© Stadtmuseum Berlin, Foto: David Janßen
Ein Pappherz neben einem blauen Globus
"Es lebe Berlin", steht auf dem Globus von Christa Stein, geb. 1935.
Ein Pappherz neben einem blauen Globus
© Stadtmuseum Berlin, Foto: David Janßen
Selbst gestalteter Globus mit Flaggen, im Hintergrund der verhüllte Reichstag von Christo
Rosemarie Lehmann wurde 1938 in Berlin geboren und starb dort 2020. Wir bedanken uns dafür, dass wir ihren im Jahr 2019 selbst gestalteten Globus weiterhin ausstellen dürfen.
Selbst gestalteter Globus mit Flaggen, im Hintergrund der verhüllte Reichstag von Christo
© Stadtmuseum Berlin, Foto: David Janßen
Schwarzer Globus mit Graffiti und Boxhandschuhen drauf
Jeffrey Weber, geb. 2004, hat diesen Globus gestaltet.
Schwarzer Globus mit Graffiti und Boxhandschuhen drauf
© Stadtmuseum Berlin, Foto: David Janßen
Globus mit Pappkopfhörer
Der Globus von Marla Jauer, geb. 2014, trägt einen Kopfhörer.
Globus mit Pappkopfhörer
Der Globus von Marla Jauer, geb. 2014, trägt einen Kopfhörer. © Stadtmuseum Berlin, Foto: David Janßen
Globus mit Puzzleteilen
Ein Globus aus Puzzleteilen von Anna Rohman, geb. 2006.
Globus mit Puzzleteilen
© Stadtmuseum Berlin, Foto: David Janßen
Bunter Globus mit Wünschen der Gestalterin
"Ich wünsche mir, dass alle Menschen unsere bunte Welt beschützen", steht auf einem Schild neben dem selbst gestalteten Globus von Nina Wöhr, geb. 2013.
Bunter Globus mit Wünschen der Gestalterin
© Stadtmuseum Berlin, Foto: David Janßen
Globus mit internationalen Städtenamen
Der Globus von Linus Muñoz, geb. 1973, erzählt von seinen Verbindungen in die Welt.
Globus mit internationalen Städtenamen
© Stadtmuseum Berlin, Foto: David Janßen

Auch Bewohner*innen des Seniorenheims Katharinenhof am Preußenpark haben an den Runden Geschichten mitgewirkt. Die weit über 90 Jahre alten Teilnehmer*innen erzählen mit ihren Globen von einer Zeit, die die allermeisten BERLIN GLOBAL-Gäste nicht selbst erlebt haben. Die Arbeiten der Senior*innen stehen aber auch für Wünsche an die Zukunft der jungen Generationen, die sie selbst nicht mehr miterleben werden.

Diese 35 Globen mit ihren ganz individuellen Positionen können im WELTSTUDIO betrachtet und bestaunt werden.

Foto in den Raum, Blick auf Metalgerüst und altmodische Schreibmaschine
Foto in den Raum, Blick auf Metalgerüst und altmodische Schreibmaschine
© Stadtmuseum Berlin und Kulturprojekte Berlin | Foto: Oana Popa-Costea
Blick auf den Kugelkartographen im WELTSTUDIO © Stadtmuseum Berlin und Kulturprojekte Berlin | Foto: Oana Popa-Costea

Begegnungsort und Kreativraum

Das WELTSTUDIO ist eine Plattform für Begegnung, Austausch und verbindende Ideen aller Gäste: für Ausstellungsbesuchende, für kritische Köpfe, für Schüler*innen und Studierende, für Erwachsene und Communitys oder für Aktivist*innen. Kooperationen und Projekte lassen sich gleich vor Ort entwickeln und können an drei raumgreifenden Installationen, den sogenannten Kartographen, umgesetzt werden. So entstehen gewebte Karten aus nachhaltigem Textil, poetische Wegweiser zu geheimen Lieblingsorten oder individuelle Selbstverortungen im riesigen Poster-Format.

Das flexible und modular gestaltete WELTSTUDIO bietet zahlreiche Präsentationsflächen, Podeste für Bühnenzwecke oder zur Raumgestaltung sowie praktische Funktionsbereiche, wie abschließbaren Stauraum oder eine kleine Küche zum gemeinsamen Teetrinken. Ein großzügig gestalteter Studiobereich lädt zudem dazu ein, konzeptionell zu denken, zu planen und praktisch tätig zu werden – auch im direkten Austausch mit den Kurator*innen sowie den Betreuer*innen des WELTSTUDIOs. In diesem flexiblen und einladenden Raum ist vom spontanen Mitmachen vor Ort über buchbare Workshops und mehrtägige Partizipationsprojekte bis hin zur vollständigen Übergabe von Räumen an Kooperationspartnerinnen und -partner alles möglich.

Willkommen im WELTSTUDIO

Ob Personen-, Faden- oder Kugelkartograph: Lerne das WELTSTUDIO kennen – der Ort für Workshops und Vermittlung, für spontanes Mitmachen und Verweilen und für Kooperationen mit der diversen Stadtgesellschaft.