#Lieblingsobjekt

Sharmins Notiz

Brenda Spiesbach und ihr Lieblingsobjekt

Melanie Huber | 21. Juni 2021

Portrait von Brenda Spiesbach

In unserer Social-Media-Reihe #Lieblingsobjekt stellen wir Euch einige ganz besondere Objekte aus BERLIN GLOBAL vor, ausgewählt von den vielen Personen – von Kurator*innen über das Produktionsteam bis hin zur Administration – die hinter den Kulissen an der Entstehung der Ausstellung beteiligt sind.

Brenda Spiesbach, Zoya Mahfoud, Verda Kaya und Benny Golm vor der Flucht-Wand im Raum Krieg

Brenda Spiesbach, Zoya Mahfoud, Verda Kaya und Benny Golm

Heute erzählt uns Brenda Spiesbach, Wissenschaftliche Kuratorin, warum „Sharmins Notiz“, Teil des Interview-Projekts zum Thema Flucht, ihr Lieblingsobjekt ist.

„Sharmins Notiz“, der Zettel den Sharmin im Gefängnis schrieb
„Sharmins Notiz“, der Zettel den Sharmin im Gefängnis schrieb
Kulturprojekte Berlin und Stiftung Stadtmuseum Berlin, Foto: Oana Popa-Costea
„Sharmins Notiz“

„Ich weiß nicht, wo genau ich bin, es ist der schlimmste Tag meines Lebens. Mein Sohn ist krank und es gibt nicht viel zu essen und es ist sehr kalt […]“

Ausschnitt aus dem Zettel, den Sharmin im Gefängnis in Bulgarien schrieb.

Sharmin verfasste diese Notiz 2014, als sie auf ihrer Flucht in einem bulgarischen Gefängnis inhaftiert war. Im Rahmen des Projekts sprachen zehn Personen, die zwischen 1946 und 2018 nach Berlin kamen, über ihre Fluchtgeschichte. Es entstand in Zusammenarbeit mit der Journalistin Zoya Mahfoud, der Kuratorin für Partizipation Verda Kaya und dem Fotografen Benny Golm.

Brenda Spiesbach, Wissenschaftliche Mitarbeiterin BERLIN GLOBAL

Was sind Deine Aufgaben im Team von BERLIN GLOBAL, Brenda?

Ich bin seit über drei Jahren Teil des kuratorischen Teams und meine Aufgaben sind sehr vielfältig: Konzept- und Textarbeit, Recherchen zu Themen und Objekten für die Aspekte Vergnügen und Krieg wie auch die Begleitung partizipativer Projekte.

Warum ist „Sharmins Notiz“ Dein Lieblings­objekt, Brenda?

Die Notiz von Sharmin finde ich so eindrücklich, da sie klein und unscheinbar scheint.
Und zugleich so vieles transportiert: Zu allererst dokumentiert dieser handgeschriebene Zettel einen der schwärzesten Tage in Sharmins Leben.
Der Text macht traurig, wütend und beschämt uns Europäer*innen für den Umgang mit Menschen, die vor Gewalt und Krieg Zuflucht suchen.